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Nach dem Zauberberg

Der Zauberberg ist kein Jungbrunnen, aus dem man gestärkt zurückkehrt, wie ein junger Gott auf den Olymp, tatendurstig. Er ist – paradox! – eher ein Tal der Tränen, oder vielmehr das erste Stück davon, und es will durchschritten sein.

Bearbeitete Notiz vom 13. März 2010.

Auf dem Zauberberg XVI

Heute zum ersten Mal selbstgemachtes türkisches Börek gegessen, das ein Mitbewohner zu unserer gemeinsamen Abschlußfeier mitgebracht hatte. Es war sehr lecker. Auch die Torte mit Sahne, die uns gereicht wurde, schmeckte uns sehr gut. Viele sehr liebe Geschenke und viel Leichtigkeit gab es, die uns die Traurigkeit über den Weg zurück ins Tal leichter ertragen ließen. Und auch Einladungen gab es, zurückzukehren und wieder auf dem Zauberberg zu hospitieren. Meine weitere Reise wird mich ins Mittelgebirge führen, um im Bild zu bleiben.

Auf dem Zauberberg XV

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„Stiller Mann I“

Fortsetzung des Berichts mit ganz anderen Mitteln:

Ton in die Hand nehmen. Kneten. Die Form, die sich dabei ergibt, schön glatt streichen. Gib ihm Augen, gib ihm einen Mund, Ohren, eine Nase. Und Hände.

Zieh‘ ihn schön an, den Stillen Mann.

Aber er hat ja gar keine Füße, kann nur so dasitzen.

Schön ist er trotzdem.

Auch wenn er arg lädiert und traurig heimkehrt vom Zauberberg.

Auf dem Zauberberg XIV

Was bleibt, sind Texte, die ich schrieb, und Bilder, die ich malte. Schritte, die ich erstmals tat. Erinnerungen an gemeinsame Mittagessen, an Gruppen, an gemeinsames Lachen, an viele gemeinsam geleerte Teetassen. An gemeinsam gehörte Musik. Und an Tränen auf dem Weg dorthin. An Liebe und an Traurigkeit. An ungefähr dreißig Menschen, die ich nicht vergessen werde. Ein Kotzbrocken war auch dabei, aber es war der einzige, und ich kann nicht hassen, nur weinen. Erinnerungen an Leben und an Sterben. An Krankheit, an den Tod. An sieben sehr bequeme Ledersessel. An den „Bogenschützen“. An Zuviel und Zuwenig. Gelingen. Und Scheitern. Darüber bin ich so traurig.