Sieben Tage hat es gedauert, bis die FAZ heute den Rückgang der Beteiligung an bestimmten Web-2.0-Medien aufgegriffen hat. Daß sie es am Beispiel der Wikipedia tut, geht letztlich zurück auf einen Artikel in Newsweek der noch älter ist. Southpark hatte darüber schon am 12. August 2010 gebloggt, und mein Beitrag zur ARD-ZDF-Onlinestudie erschien einen Tag später. Der FAZ-Artikel kam natürlich erstmal nur in Print heraus, erst am Abend ist er nun auch online nachzulesen. So schlecht schneidet das Web 2.0 dann aber doch gar nicht ab, was die Geschwinwigkeit angeht im Vergleich zur professionellen Journaille. Und auch inhaltlich hat die FAZ nichts wirklich Neues zu bieten.
Jürgen Fenn
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- Und manchmal sprechen wir sogar vom Tod
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Dafür dichten sie halt Fakten hinzu:
“Zum ersten Mal in der Geschichte der freien Enzyklopädie werden mehr Beiträge gelöscht als erstellt, berichtet das amerikanische Nachrichtenmagazin „Newsweek“ und beruft sich auf Aussagen eines Sprechers der „Wikimedia Foundation“.”
In dem Newsweek-Artikel hab ich jedenfalls nichts desgleichen gelesen oder hab ich was übersehen? Inhaltlich ist es auch falsch. Jeden Tag kommen immer noch über 1000 Artikel (abzüglich der gelöschten) hinzu:
http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Size_of_Wikipedia
Ja, ist erfunden. Bei Newsweek heißt es, die Zahl der neu hinzugekommenen Benutzer sei zum ersten Mal kleiner als die Zahl der Abgänge. Was mir fehlt, ist eine Auseinandersetzung damit, daß es sich dabei wahrscheinlich um eine ganz normale Entwicklung handelt, sowohl was die Beteiligung angeht als auch was das Wachstum der Artikel betrifft. Auf den Boom folgt natürlich die Stagnation, was denn sonst? Das bedeutet auch, daß die Qualitätssicherung andere Ziele benötigen wird. Es wird von nun an weniger um die Kontrolle der Neuzugänge gehen als um die Verbesserung und Pflege des Bestands an Artikeln. Die Stelle wurde ja gestern ausgeschrieben. Wer sie übernimmt, hat sicherlich demnächst viel zu tun, denn hier ist ein Umbau auch beim Denken in der Community vonnöten.